Wer von uns ist nicht schon einmal an den norddeutschen Küsten in einem „Andenkenladen“ gewesen und auf bizarre „Muschelgehäuse“ aufmerksam geworden? Und was es da sonst noch so gibt wie Muschelkästchen -mänchen -schildkröten und -lampenschirme! So verschieden das „Angebot“ auch sein mag, so verschieden sind die Gefühle, die sie bei den Nord- und Ostsee-Touristen auslösen: Von „Was für ein Kitsch!“ bis „Oh wie schön!“ oder „Wie sieht es mit dem Naturschutz aus?“ reicht die Palette der Äußerungen der Leute.

Tatsächlich ist es oft so, daß dieser Trödelkram gedankenlos gekauft wird, um ein „Andenken von der Nordsee“ mit nach Bayern zu nehmen! Viele Menschen wissen oft nicht, daß es sich bei den meisten dieser „Souvenirs“ um tropische Muscheln und Meeresschnecken handelt, die meist in den Korallenriffen der südlichen Hemisphäre zuhause sind und die überhaupt nichts mit der Nord- und Ostsee gemeinsam haben!

Vorwiegend in den Philippinen – werden die Tiere in rauen Mengen abgefischt, um für sehr wenig Geld entweder gleich dort „verarbeitet“ zu werden, oder an Großhändlern in den USA und sonstwo verkauft zu werden.
Das Beklagenswerte daran ist, dass dabei nach der Rasenmähermethode vorgegangen wird, ohne an Morgen zu denken, denn das Refugium Korallenriff bietet den Einheimischen derzeit alles, was sie zum Leben benötigen. Die Not jedoch treibt sie in die Hände scrupelloser Geschäftsleute. Die großen Mengen der Entnahme sind es, die das Korallenriff bedrohen weil sie die natürliche Nahrungskette in ein Ungleichgewicht bringen. Abgesehen von einigen anderen menschengemachten Katastrophen wie die allgemeine Überfischung, insbesondere die Dynamitfischerei und natürlich die allgemeine Verschmutzung der Küsten in dichtbesiedelten Gebieten.

Würde es freilich weltweit wesentlich mehr passionierte Muschelsammler geben als derzeit, wäre auch dieses Hobby eine weitaus größere Gefahr als es jetzt schon der Fall ist, das möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen.